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Justizprojekt mit Schülerinnen und Schülern des Goethe-Gymnasiums Karlsruhe erfolgreich

Datum: 25.07.2025

Kurzbeschreibung: Pressemitteilung vom 25.07.2025

126 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe konnten am 22. und 23. Juli 2025 im Rahmen von simulierten Gerichtsverhandlungen – veranstaltet von dem Verwaltungsgericht Karlsruhe in Kooperation mit dem Oberlandesgericht und dem Arbeitsgericht Karlsruhe – den Rechtsstaat erleben.



Am ersten der beiden Projekttage gewährten Richter, Staats- und Rechtsanwälte sowie eine Rechtsjournalistin den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in ihre Tätigkeit. Praktisch erlebbar wurde diese dann am zweiten Projekttag, als die Jugendlichen die Gelegenheit erhielten, diese in realistischen Gerichtsverhandlungen (Moot Courts) nachzuspielen. In vier abwechslungsreichen und lebensnahen Fällen schlüpften die Teilnehmer dabei nicht nur in die Rollen von Verfahrens- und Prozessbeteiligten, sondern auch in die ein oder andere schwarze Robe und erfuhren so unmittelbar von der Vielgestaltigkeit und Komplexität des Rechtsstaats.



Während im Strafrecht über einen Angeklagten zu befinden war, der über sog. Fake-Accounts in den sozialen Medien Politiker verunglimpfte, musste im Arbeitsrecht über die fristlose Kündigung einer Mitarbeiterin entschieden werden, welche sich trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Urlaub auf Ibiza befand. Im Verwaltungsrecht war die Klage eines Medizinstudenten zu verhandeln, der aufgrund seiner Funktion als Schöffe Pflichtveranstaltungen nicht besuchen konnte und daher keinen Leistungsnachweis erhielt. Schließlich wurde im Zivilrecht ein Fall verhandelt, bei dem ein Ehepaar nach dem Kauf einer Villa Schäden am Gebäude feststellte und Schadenersatz von den Verkäufern verlangte.


Nach einem intensiven Aktenstudium am Vortag engagierten sich die Jugendlichen als Kläger, Beklagte, Rechts- und Staatsanwälte, Richter, Behördenvertreter, Urkundsbeamte, Zeugen, Schöffen, Betriebsräte u.v.m. aktiv in allen Gerichtsverhandlungen und diskutierten lebhaft und motiviert über die verschiedenen Lösungsansätze. Dabei wurde schnell klar, dass kein Fall eindeutig „schwarz“ oder „weiß“ war; für beide Seiten gab es überzeugende Argumente. Den Schülerinnen und Schülern diese Mehrperspektivität näher zu bringen und ihr Verständnis für gerichtliche Entscheidungsprozesse zu fördern, war ein zentrales Ziel des innovativen Justizprojekts. Eine Schülergruppe begleitete die Gerichtsverhandlungen als Pressevertreter. Diese Mediengruppe dokumentierte die Moot Courts mit Text-, Bild- und Videomaterial und füllte eine eigens für diesen Zweck eingerichtete Instagram-Seite mit kreativen Inhalten.



„Was Sie heute erlebt haben, war kein Planspiel wie jedes andere. Sie haben etwas ausprobiert, das für unser gesellschaftliches Zusammenleben zentral ist – nämlich, wie Recht angewendet wird, wie Konflikte entschieden werden und warum es eine Institution wie unsere Gerichte überhaupt braucht“, würdigte der Präsident des Verwaltungsgerichts Christian Pohl das großartige Mitwirken aller Teilnehmer. In der Hoffnung, dass das fortschrittliche Projekt nicht nur das Verständnis für den Rechtsstaat fördert, sondern zugleich die nächste Generation von Mitarbeitern in der baden-württembergischen Justiz inspiriert, war auch das Justizministerium des Landes mit der Kampagne „Sei am Staat“ von Beginn an und beim gemeinsamen Abschluss im Hof des Verwaltungsgerichts vertreten. (CZ)



Über nachfolgenden Link können Sie einige Lichtbilder einsehen.